Obst Archive - Essen Exklusiv - Essen. Kleiden. Wohlfühlen. Entdecken.

Wer kennt noch die zugige Eierbude im Niemandsland zwischen Bredeney und Kettwig? Seit Herbst 2008 erstrahlt der neu errichtete Hofladen des Buchholzhofs in Reithallengröße. Der Innenraum bietet viel Platz für eine appetitliche Präsentation von saisonalem Obst und Gemüse. Besondere Schwerpunkte sind die eigenen Produkte: Spargel, Erdbeeren, Kartoffeln und Kürbisse.

Neben den saisonalen Gemüse- und Obstsorten findet man allerhand Spezialitäten von befreundeten Betrieben. Da wären z.B. Torten und Teegebäck von der Konditorei Pauelsen in Essen-Stoppenberg, Brot von der Prümtaler Mühlenbäckerei aus Lünebach in der Eifel.  Den Kuchen lässt Jochen Unterhansberg in Ratingen backen. Der Honig kommt aus Onkels Bienenstöcken aus dem Münsterland und der Aceto Balsamico aus Sizilien wird von der Namensgeberin persönlich ausgeliefert. Die Marmeladen sind hausgemacht, wobei sie „Fruchtaufstrich“ heißen, denn das Wort „Marmelade“ wird in der Lebensmittelbranche nur noch für Zitronen- und Orangenmarmelade benutzt. „Konfitüre“ darf nur dann benutzt werden, wenn der Zuckergehalt angegeben wird. So ist es eben „Fruchtaufstrich“, der der selbstgekochten Marmelade zum Verwechseln ähnlich ist. (Ich bin der Meinung, dass man für den Hausgebrauch das Wort „Marmelade“ nicht aus seinem Wortschatz streichen sollte, nur weil die EU andere Deklarationen bevorzugt.) Eingelegtes Gemüse ist genauso erhältlich wie Wildspezialitäten, Räucherfisch, Gewürzmischungen (Spirit of Spice) und Käse der Käserei Moosbrugger. Die Eier stammen aus eigener Produktion und werden sogar in einem Eierautomaten an der Außenwand angeboten, was ich sehr lustig finde und manchmal geradezu hilfreich. Ganz neu im Angebot ist Tee aus einem Bremer Teekontor – bei 50 verschiedenen Sorten ist sicher für jeden etwas dabei. Von April bis Ende September ist sogar sonntags geöffnet – während der Spargelsaison kriegt man kaum einen Fuß auf die Erde und auch die Parkplätze werden dann knapp. Der Spargel wird zumeist selbst angebaut und erfreut sich (offensichtlich) allgemeiner Beliebtheit. Nicht zuletzt wird daran die Spargelschälmaschine ihren Anteil haben. Im Juni können die Erdbeeren direkt vom Feld geerntet werden – direkt neben dem Spargelfeld. Ein echtes Highlight sind die Feste. Für das Spargelfest im Frühsommer empfehle ich dringend die Anreise per Fahrrad. Neben Strohballenrutschen, Kinderschminken und Bastelangeboten werden kleine „Schweinereien“  aus und mit Spargel angeboten (z.B. Spargelquiche). Die Rezepte dafür liegen praktischerweise auch aus. Im Herbst lockt auch das Halloweenfest mit tausenden bunten Kürbissen „tout“ Essen auf den Buchholzhof. Ein weiteres Standbein ist für die Familie Unterhansberg die Pferdepension (www.unterhansberg.de). Bei ca. 70 Boxen kann man hier mit etwas Glück einen Stellplatz für sein Pferd finden und dieses auch verpflegen lassen. Reithalle, Longierplatz und Springparcours bieten neben einer vollautomatischen Führanlage großzügige Bewegungsmöglichkeiten für die Tiere.

Buchholzhofs, Am Buchholz 13, 45470 Mülheim an der Ruhr, Telefon 02054 83370
(Zu erreichen über die Meisenburgstraße zwischen Essen-Bredeney und Essen-Kettwig)


Ist  man vom  Schuirweg kommend in die ausgeschilderte Einfahrt von Feldmann’s Grüner Markt gefahren, geht es geradeaus weiter durch das offen stehende Tor bis direkt vor das Wohnhaus, erst dann rechts. Das Auto (Fahrrad nur für Bergfreudige zu empfehlen) stellt man auf den recht großzügigen Parkplatz. Aber auch der wird zu Stoßzeiten knapp.

In dem wie ein kleiner Supermarkt aufgebauten Hofladen findet man an Nahrungsmitteln alles, was das Herz begehrt – neben Obst und Gemüse auch Hülsenfrüchte, verschiedene Zuckerarten (sogar Demerarazucker, den ich sonst noch nie irgendwo gefunden habe), Müsli, Nudeln, Honigmischungen (z. B. mit Chili, Bailey’s, Mandeln, Eierlikör oder Kirschen), Marmeladen, Käse und Fleisch.Blumen sind saisonal wechselnd ebenso vorrätig wie Kränze (herbstlich, weihnachtlich oder österlich). Sogar geflochtene Einkaufskörbe und Kosmetik sind im Angebot wie auch Vogelfutter und Kuscheltiere. Zum großen Programm gehören Brot und Wein; Fruchtsäfte kommen von Dalbeck aus Velbert. Dieses große Angebot lässt sich Feldmann bezahlen – zum Ausgleich dafür, hier alles mit einem Stop kaufen zu können, muss man spürbar tiefer in die Tasche greifen. Bei Obst und Gemüse bietet Feldmann ein breites Sortiment. Was Saison hat, ist hier zu finden; wer auch im Winter Salat möchte, wird zugekaufte Ware vorfinden. Alles stammt aus „kontrolliertem integriertem Anbau“. Soll heißen, dass möglichst wenig gespritzt wird, aber eben doch ein wenig im erlaubten Rahmen, um z. B. unerwünschte Pilze fernzuhalten. Einer der Feldmannschen Produktionsschwerpunkte liegt auf Beerenobst im Sommer, dann kann man auch selber auf dem Feld Erdbeeren pflücken. Der andere Schwerpunkt liegt auf der Schweinezucht: Hier betreibt Feldmann einen typischen Kreislauf – die eigenen Schweine werden mit dem eigenen Getreide gefüttert und liefern wiederum den Dünger für die Felder. Da passt alles, nichts bleibt übrig. Zweimal in der Woche wird geschlachtet und in der erwähnenswerten Fleischtheke zum Kauf angeboten. Auch wenn es nicht ausdrückliches Bio-Schweinefleisch ist (so ist z. B. das Fütterungsgetreide behandelt), so kann man doch davon ausgehen, dass es sich um ziemlich „glückliche Schweine“ handelt (bzw. gehandelt hat). Täglich wechselnde Sonderangebote halten jeden Preisvergleich aus. Da Reinhard Feldmann kein Hühnerfreund ist, verkauft er keine eigenen Eier, sondern bezieht diese vom „Gut Katenberg“ aus dem Münsterland.Als Spezialität werden zu Weihnachten Lämmer geschlachtet, die sich bis dahin auf den Schuirer Wiesen tummeln durften.Für die Kinder gibt es vor dem Hofladen einen kleinen Spielplatz mit Streichelzoo, wo Kaninchen, Meerschweinchen, Ponys, Esel und Zwergschweine leben.

Feldmann’s Grüner Markt, Schuirweg 105, 45133 Essen, Telefon: 0201 712223


Wie wächst eigentlich Rosenkohl? Mir doch egal, dachte ich immer. Dann brachte mein Mann mal einen ganzen Strunk mit nach Hause. Ein wenig unhandlicher als das Netz aus dem Supermarkt, aber unvergleichlich im Geschmack.

Ich erkundigte mich nach der Herkunft des Rosenkohls und fuhr zum Oberschuishof. Ich fand einen echten Bauernhof! Vom Schuirweg aus kuschelt sich der Hof in das Ruthertal. Von der Straße aus ist erst nur das Wohnhausdach zu sehen, dahinter liegen Stall und Scheune. Dazwischen der Hof, in dem ein paar Autos abgestellt werden können. Der Hofladen hält, was er verspricht – ein Laden im Hof. Seinen Anfang nahm der Direktvertrieb 1979 im Wohnhaus auf einem Tisch im Flur. Nach und nach hat sich der Oberschuirshof vergrößert, bis er 1997 in seiner jetzigen Form gebaut wurde.
Erhältlich sind hier saisonales Gemüse und Obst (vor allem Äpfel und Beerenobst) aus eigenem Anbau sowie Eier aus der eigenen Hühnerzucht. Was Familie Weber nicht selbst anbaut, wird von regionalen Händlern ergänzt.
Mittwochs ist Schlachttag, dann gibt es Suppenhühner, Flugenten und Hähnchen. Mitunter auch Kaninchen. Alternativ kann man geräucherte Fische (Makrelen, Forellen) aus der Lachsräucherei Wortberg, Wuppertal, erstehen. Dafür sollte man sich aber beeilen, die Fische sind immer schnell vergriffen. Zu Weihnachten sind auch Gänse und Wildenten im Angebot (unbedingt Anfang November vorbestellen). Natürlich gibt es zur Spargelsaison auch eine Spargelschälmaschine. Den Spargel baut Familie Weber nicht selbst an; sie bezieht diesen vom Niederrhein.
Wenn man Glück hat, kommt Frau Weber mit einem dampfenden Kuchenblech durch die Tür, dann weiß man auch gleich, wer hier den Ofen bedient. Das Brot wird hingegen vom Bio-Bäcker Troll geliefert.
Empfehlenswert ist auch der von Frau Weber gekochte Rotkohl, der vakuumiert ist und zuhause nur noch aufgewärmt werden muss. Selbstgekochte Marmeladen gibt es auch neben Honig aus Bienenstöcken, die nur 750 Meter entfernt im Grünen stehen – regionaler geht es kaum noch!
Die angebotene Wurst wird vom Metzger Gronau für Webers hergestellt – aus Fleisch, das zuvor der Oberschuirshof an Gronau geliefert hat.
Im Unterschied zu den anderen Hofläden wird man bei Familie Weber bedient. Das bringt die Kunden mit Frau Weber ins Gespräch. Bei Bedarf geizt sie nicht mit guten Tipps zur Zubereitung ihres Gemüses; auch zum zu frischen Federweißer hat sie einen trocken-ironischen Kommentar: „Der wurde erst heute morgen geliefert, ist noch viel zu zahm, nichts für schwangere Frauen“ und ergänzt: „Den müssen Sie in warmes Wasser an die Heizung stellen, dann wird da bis heute Abend noch was draus!“
Dankbar werden leere Eierkartons entgegengenommen und sofort wiederverwendet. Auch trockenes Brot kann man gerne abgeben, es sollte allerdings wirklich trocken sein und auf keinen Fall schimmelig! Die Gänse freuen sich darüber sehr und man selber freut sich später über die Gänse …
Neu ist die Idee, Felder zu verpachten. Für ein geringes Entgelt (240 Euro pro Saison) kann man auf 100 m² alles ernten, was Familie Weber dort zuvor gesät hat: verschiedenste Kräuter  (u.a. Petersilie, Majoran, Oregano, Liebstöckel), Kartoffeln, Gemüse (z. B. Mohrrüben, Brokkoli, Blumenkohl, Porree), verschiedene Kohlsorten, Salate, Kürbis und auch Blumen (z. B. Strohblumen oder Sonnenblumen). Schnecken sollen kein Problem sein, wie mir Frau Weber versicherte, die wohnen nämlich nicht auf dem Acker, sondern nur im grasbewachsenen Rain und werden bei Bedarf dort „eingesperrt“.
Einmal im Monat gibt es samstags Treckerfahrten für die Kinder auf einem echten Oldtimer – eine Gaudi für alle Kinder. Tiere streicheln dürfen die Kinder ebenso wie bei der Fütterung helfen.

Oberschuirshof, Schuirweg 61, 45133 Essen, Tel.: 0201 – 49 15 19